zurück

Auszug aus der Abendzeitung (Nürnberg) vom 01.08.2002

Die Welt trinkt Franken-Bier

Zwei Sozialarbeiter versenden fränkisches Bier via Internet rund um den Globus

Bamberg Bier aus fränkischen Kleinbrauereien in den USA genießen. Das geht nicht?
Doch: Frank Wetzel(42) und Klaus Eckert (43) versenden fränkisches Bier in alle Welt. Seit die beiden Sozialarbeiter 1998 auf einer Multimedia-Fortbildung waren, werben sie für Frankens gutes Bier. Die Homepage (www.bierregion-franken.de), die die heimischen Brauereien bekannter machen soll, hatten sie sich als Projekt ausgedacht. Dann kam ihnen die Idee, das Bier zu versenden, und sie gründeten sogar eine Firma. ,,Geld verdienen wir damit nicht, wir zahlen im Moment sogar noch drauf. Uns geht es darum, das Brauereisterben, das die kleinen und mittelständischen Betriebe immer weniger werden lässt, zu unterbinden", erklärt Frank Wetzel. Allein in den letzten zwölf Jahren haben über 100 Brauer aufgegeben.

Von vier Brauereien - auf der Webpage stehen alle 294 fränkischen Brauereien - werden die Biermissionare bereits unterstützt. "Begeistert sind alle, die von unserer Seite hören. An Unterstützung fehlt es uns leider noch. Aber wir hoffen, dass die Brauereien noch merken werden, dass es eine gute Möglichkeit für sie ist, welt-weit für ihr Bier zu werben", meintWetzel.

Bierliebhaber in den USA zahlen für ein Paket mit zwölf 12 Flaschen 70,95 Euro - der Versand ist so teuer. ,,Die Amerikaner sind begeistert, eine Gruppe aus Kalifornien hat uns dieses Jahr sogar besucht", freut sich Wetzel. ,,Unsere sieben besten Stammkunden sind in Norddeutschland und Großbritannien. Sie bestellen jeden Monat zwölf Flaschen."

Einem Biertrinker aus Buenos Aires war ein "Twelve-pack" sogar 90 Euro wert. "Gutes Bier ist nicht billig. Direkt bei der Brauerei kostet ein Kasten mindestens zehn Euro. Das ist absolut gerechtfertigt, sonst leidet der Geschmack wie bei der Massenproduktion", so Wetzel. bl