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Auszug aus der Süddeutschen Zeitung vom 23.07.2002

Es gibt doch Bier auf Hawaii

Zwei Sozialarbeiter verkaufen auf ihren Internet-Seiten Erzeugnisse fränkischer Brauereien in alle Welt

Viele der kleinen und mittelständischen Brauereien kämpfen ums überleben. Wie in Branchen auch. bietet das Internet eine Möglichkeit, den Absatz zu steigern. Die Sozialarbeiter Frank Wetzel und Klaus Eckert haben sich 1998 bei einer Fortbildung kennen gelernt und ihre gemeinsame Liebe zum fränkischen Bier entdeckt. Seitdem werben die beiden Bierfreunde auf ihrer Homepage in deutsch, englisch und spanisch, zum Teil auf eigene Kosten, für fränkisches Bier in aller Welt.

SZ: Ihre Seite im Internet - Bierregion-Franken.de - suggeriert, dass Sie sich stark machen für die kleinen mittelständischen Brauereien. Wie funktioniert das Ganze?

WetzeI: Wir wollen eine eigenständige Plattform für die fränkischen Brauereien aufbauen. Die Kunden bestellen in der Regel per e-mail, wir kaufen das Bier und verschicken es dann meist per Post.

SZ: Läuft denn das Geschäft für diese Brauereien wirklich so schlecht, dass Sie es mit einer Internet-Seite unterstützen müssen?

Wetzcl: Wir wollen die kleinen und mittelständischen Brauereien, die sich keine Fernsehwerbung leisten können hochpuschen und ihnen die Möglichkeit geben. bekannt zu werden - national wie auch international.

SZ: Sie haben auf Ihrer Internet-Seite 60.000 Zugriffe jeden Monat - wohin verkaufen Sie fränkisches Bier?

Wetzel: Wir liefern unser Bier innerhalb Deutschlands, vor allen nach Norddeutschland. Zweitgrößter Abnehmer sind Kunden in den USA, dann folgen die Briten. Wir haben auch schon nach Argentinien, Finnland und Holland geliefert.

SZ: Wie ist das Feedback auf fränkisches Bier in aller Welt?

Wetzel: Es ist ein sehr reger Austausch. Unsere Kunden wollen nicht nur das Bier trinken, sondern auch Hintergrundinformationen zu den Bieren und Brauereien bekommen.

SZ: Wie viel muss denn ein Kunde in den USA für fränkisches Bier inklusive Verpackung und Porto bezahlen?

Wetzel: Ein Paket mit zwölf Flaschen, beispielsweise nach Texas, würde Sie 70.95 Euro kosten.

Interview: Christoph Gahlau